Leben und Tod auf dem Canal Grande

 

 

 

Vaporetto

Venezianischer Walfisch:
überfrachtet mit Menschheit,
vergeblich ausspeiend,
geduldig schlingend ...


Il Vaporetto

 

Una balena veneziana

Strapieno d’uomini formativi

vano vomita,

ingoia pazientemente …

 

Letzte Fahrt

Vor meinem inneren Auge entsteht oft ein ungewöhnliches  Bild, wenn ich an Venedig denke: Ich sehe den Kanal - Venedigs breite Wasserstraße - und inmitten des üblichen Verkehrs eine Gondel.
Sie führt eine nicht alltägliche Last mit sich, einen Sarg, geschmückt mit Blumen.
Ein Venezianer auf seiner letzten Fahrt!
Getragen vom Canal Grande grüßt er - wie es Brauch ist in Venedig - noch einmal seine Stadt. Achtungsvoll bilden die Palazzi Spalier ...
Majestät des Todes, umbrandet von den Farben des Lebens!

© B.Siwik

 


Traccia (Spur)

Venedigs Wasser folgen den Gezeiten:
Ein Vorhang, der sich senkt und hebt,
darunter längst Vergess’nes lebt,
bewahrt für kleine Ewigkeiten..

Die Stufen sind aus weißem Marmorstein:
lebendig! Tot ist der Palast!
In trübes Fensterglas gefaßt
zuckt Licht vom Sternen-Widerschein.

Drei Stufen gibt das Wasser zögernd frei
und was bei Flut verborgen war,
wird dem Betrachter offenbar
als Rätsel, das nur schwer zu deuten sei!

Inmitten Muschelgrieß und braunem Tang
ein Fußabdruck, im alten Stein
beharrlich eingedrückt tagaus tagein
und mehr als ein Jahrhundert lang!

E i n Abdruck: Spur von ungezählten Füßen,
von Ankunft, Abschied, Festlichkeit,
von Freude, Schmerzen und von Streit
und daß das Leben hat vergehen müssen....

Das Wasser füllt die Höhlung bis zum Rand -
umriß’ner Schatten für den Augenblick -
unmerklich kommt die Flut zurück
und überspült,was lange Abschluß fand.

© B.Siwik

 

 

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