Der Galgenberg bei Halle-Saale -
Geschichte mit Augenzwinkern

 

 


 Hallesche Stadtansicht: Kupferstich von Merian um 1650

 

 

 

Halle/Saale um 1935
Marktplatz


 

 
Historisches
 
Der Galgenberg bei Halle/Saale ist nicht – wie man leicht annehmen könnte, eine alte Richtstätte.

Halles ehemalige  Richtstätte befand sich am Galgtor, auf dem heutigen Riebeckplatz.

Woher der Galgenberg seinen Namen hat, ist nicht überliefert.

Im nördlichen Teil der Stadt befindet sich eine Kette von Porphyrfelsen  vulkanischen Ursprungs, der höchste Fels dieser Kette ist der Galgenberg. (130,00 m ü.M.) Auf der Spitze des Galgenberges fand man bei Ausgrabungen die Grabstätte eines steinzeitlichen Häuptlings. (4 000 v. Chr.)

Die in der Anlage aufgefundenen Urnen enthielten Knochenasche. (steinzeitliche Feuerbestattung)  Im Jahr 1913 wurde auf dem Galgenberg ein großes Gräberfeld mit Urnen aus der Steinzeit und aus der Bronzezeit entdeckt.

 

Der Galgenberg und seine nächste Umgebung sind Naturschutzgebiet. Klettern ist jedoch erlaubt.

In der internationalen Musikwelt ist der Galgenberg in Zusammenhang mit der Musik Georg Friedrich Händels zu einem Begriff geworden: Alljährlich finden in Halle/Saale  die Händelfestspiele statt. Händel wurde in Halle geboren und verbrachte die ersten 18 Jahre seines Lebens in dieser Stadt. Höhepunkt und Abschluss  der Händelfestspiele ist das Open-Air-Konzert in der romantischen Kulisse der Galgenbergschlucht.

Mit einem großen Feuerwerk unter den Klängen von Händels Feuerwerksmusik wird dieses Ereignis beschlossen.

 

 Illusorisches

 
 Geschichte mit Augenzwinkern betrachtet
 


Das Schluchtenschwein
 

Im Galgenberg bei Halle,

da haust jahraus jahrein

in einer dunklen Höhle

ein magres Schluchtenschwein.

  

Es wühlt seit grauer  Vorzeit 

beharrlich in  der Schlucht,

weil es nach alten Knochen,

die dort begraben, sucht.

 

Das Wühlen ist vergebens,

die Gräber sind geleert.

Was einstens da gelegen,

hat heut Museumswert.

 

Das Schluchtenschwein sucht Abfall

statt Bronzezeit-Gebein.

Jetzt frisst es so gewöhnlich

wie jedes andre Schwein.

 

©  B.Siwik

  

Händelkonzert 

in der Galgenbergschlucht
 
 

Verbissen lauscht im Holze 

 

 

der dürre Galgenwind. 

Er hasst Trompetentöne, 

weil’s nicht die seinen sind.

 

Er denkt an alte Zeiten:

Bei trübem Fackellicht,

begrub man hier die Toten

mit ängstlichem Gesicht.

 

Er war der Höllenmeister:

bewegte das Gebein

zu hohlem Rabenkrächzen 

und schrillem Galgelschrein.

 

Gelähmt von seinem Hauche,

entsetzt von solchem Ton,

floh jedermann vom Grabe  

in heller Angst davon.

 

Sie ist dahingegangen,

die gute alte Zeit!

Der Galgenwind erhebt sich, 

greift nach dem Wolkenkleid;

 

dann bricht er aus dem Dickicht,

stimmt an sein Galgenlied,

das schaurig durch die Schlucht hin 

wie Totenklage zieht.

 

Die Raben kreisen drohend,

das Galgel heult voll Glück: 

Das ist der Sound vom Gestern,

ein sauberes Galgenstück!

 

Die Paukenschläge donnern, 

die Geigen sägen ‘schrumm’ ... 

Die ‚Feuerwerksmusik’ wird 

zum Galga-torium!

 

Es naht sich im Getöse  

der große Schlussakkord

und setzt sich ratternd, knatternd 

im Feuerwerke fort.

 

Das Windgeheul, das Krächzen, 

ja selbst das Galgel-Buh, 

der bunte Feuerregen

deckt alles Spukwerk zu.

 

Es trotzten Wind und Galgel

zwar Händelscher  Musik, 

doch alte Geister weichen 

modernem Feuertrick!

 

© B.Siwi


Das Galgel
 

Es hockt am Galgenberge

trübselig auf einem Stein.

Welch jämmerlicher Sitzplatz!

Es müsste ein Totenkopf sein!

 

Vor einem knappen Jahrhundert

da gab es hier noch so ein Ding!

Das hat einer mitgenommen,

dem’s um Historisches ging.

 

Das Galgel möchte gern spuken ...

Das geht ohne Totenbein nicht ....

Nun wartet es, dass beim Klettern

sich einer die Knochen bricht.

 

Hi, Galgel! Wechsle den Standort!

Streich nur ein wenig durchs Land!

Heut liegen die Totenköpfe  

gewöhnlich am Straßenrand

 

©  B.Siwik
 

 
 
 
 
 

 

 

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